Sex für Biohacker: Tipps für ein besseres Liebesleben

Sex für Biohacker: Tipps für ein besseres Liebesleben

Biohacking wirkt sich einerseits auf alle Bereiche deines Lebens aus – andererseits kannst du mit Sex ein noch besserer Biohacker werden. In diesem Artikel erfährst du, warum und wie ein Orgasmus dich in einen Flow-Zustand bringen kann.

Sex ist eine der schönsten (Neben-)Sachen der Welt. Mitzuerleben, wie die Energie sich bis ins Unermessliche steigert und dann buchstäblich in deinem Körper explodiert, ist ein einzigartiges Gefühl, das wir immer wieder erleben wollen. Als Biohacker fragst du dich natürlich, was Sex mit Biohacking zu tun hat. Schließlich willst du mit Biohacking deinen Körper optimieren und deine Leistungsfähigkeit verbessern. Ein gesundes Sexleben kann dir dabei eine große Hilfe sein. Sex ist weit mehr als ein Orgasmus. Er kann dich in einen tranceartigen Zustand versetzen, der sich positiv auf deine Gesundheit und auf deine mentale und körperliche Leistungsfähigkeit auswirken kann – wenn du ihn als Biohacker für dich nutzt.

Biohacking und Sex: Warum die Kombi perfekt ist

Wenn du ein Biohacker bist, versuchst du, dich kontinuierlich weiterzuentwickeln, um ein höheres Level zu erreichen. Du willst nicht nur mental mehr Leistung bringen und im Alltag konzentrierter und fokussierter sein – du willst auch das Beste aus deinem Körper herausholen.

Mithilfe von Biohacking kannst du jeden Bereich deines Lebens optimieren – ganz gleich, ob es um deinen Job, dein Studium oder Training geht. Als Biohacker suchst du immer nach dem Optimum – halbe Sachen gibt es bei dir nicht.

Wusstest du, dass Sex dir dabei helfen kann, besser in den Flow zu kommen? Allerdings steckt schon etwas mehr dahinter, als „nur“ einen Orgasmus zu erleben. Biohacker tauchen nämlich etwas tiefer in ihr Liebesleben ein. Zugegeben: Es ist sehr schwierig, einen Orgasmus mit Worten zu beschreiben. Man muss ihn erleben, um zu erfahren, welches Gefühl er in einem auslöst. Doch wie passen Orgasmus und Biohacking zusammen?

Es ist tatsächlich so, dass du als Biohacker von einem Orgasmus profitieren kannst – wenn du ihn aus der Sicht eines Biohackers betrachtest. Keine Angst: Du musst dich jetzt nicht mit einem Pulsmesser und Fragebogen ins Bett legen. Damit würdest du vermutlich nicht nur jegliche Romantik, sondern auch deine Partnerin oder deinen Partner aus deinem Schlafzimmer verbannen.

Was wir meinen ist, dass du Sex nicht nur als etwas ansiehst, was Spaß macht, sondern als etwas, das dein Leben als Biohacker positiv beeinflussen kann. Warum der Orgasmus gerade für Biohacker interessant ist, erfährst du jetzt.

Was genau ist ein Orgasmus?

Der Orgasmus ist eines der schönsten Erlebnisse – wenn nicht das schönste Erlebnis – das ein Mensch erfahren kann. Die genauen Mechanismen, die mit dem Höhepunkt einhergehen, sind zwar erforscht, jedoch setzt man sich damit nicht automatisch auseinander, wenn man mit jemandem schläft. Schließlich soll Sex Spaß machen – eine wissenschaftliche Abhandlung ist da eher nicht erwünscht. Doch was genau ist denn nun ein Orgasmus?

Per Definition bezeichnet ein Orgasmus (griechisch orgãn: strotzen, schwellen, vor Liebesverlangen glühen, heftiges Verlangen) den Höhepunkt der sexuellen Erregung gefolgt von einer tiefen Entspannung.

Gewöhnlich (aber nicht immer) können wir einen Orgasmus herbeiführen, indem wir bestimmte Körperteile rhythmisch stimulieren, wobei sich die Stimulation auf einzelne sensorische Rezeptoren konzentriert.

Vermutlich kennst du das Gefühl, den Orgasmus einerseits bewusst mitzuerleben, jedoch fühlst du dich auf der anderen Seite vollkommen high. Quellen zufolge kann ein Orgasmus tatsächlich mit einem veränderten Bewusstseinszustand gleichgesetzt werden. Schließlich spielen sich in unserem Gehirn unglaublich viele Vorgänge ab, die gerade für Biohacker interessant sein dürften.

Sobald wir sexuell erregt sind, läuft unser Gehirn auf Hochtouren. Aktiv ist vor allem das sogenannte limbische System, das für unser Triebverhalten und die Verarbeitung von Emotionen verantwortlich ist. Genauer genommen werden die Amygdala (Mandelkern) und der Hypothalamus angesprochen – zwei Bestandteile des limbischen Systems, die das Empfinden von Emotionen und die Ausschüttung von Hormonen steuern.

Da in der Amygdala viele menschliche Emotionen verarbeitet werden, wissen wir ganz genau, was uns gefällt und was nicht. Gewöhnlich verbinden wir mit Sex etwas Positives. Ganz gleich, wann und wo du den letzten Orgasmus hattest: Du weißt einfach, dass er großartig war.

Im Hypothalamus werden hauptsächlich Hormone ausgeschüttet. Insbesondere Sexualhormone und das Kuschelhormon Oxytocin, das der Hypothalamus schon bei der kleinsten Berührung freigibt.

Außerdem sind noch weitere Botenstoffe beteiligt, die sowohl bei der Erregungssteigerung als auch bei einem Orgasmus eine große Rolle spielen. Hierzu gehören die Neurotransmitter und Glückshormone Dopamin, Noradrenalin und Serotonin sowie weitere Hormone, insbesondere Androgene (Testosteron) und endogene Opioide.

Doch was hat Sex mit Biohacking zu tun und warum kann er dein Bewusstsein erweitern? Diese und mehr Fragen klären wir jetzt.

Warum ein Orgasmus dein Bewusstsein erweitern kann

Wenn wir dir jetzt sagen, dass du dein Gehirn mit Sex ähnlich stimulieren kannst wie mit einer Meditation, wirst du vermutlich etwas ungläubig dreinschauen. Dennoch hat sich eine Studie bereits ausführlich mit dieser Theorie beschäftigt. In dieser Studie ist man zu dem Schluss gekommen, dass ein Orgasmus mit einer (sexuellen) Trance gleichzusetzen ist.1

Ein Orgasmus ist also ein tranceartiger Zustand, der sonst zum Beispiel durch intensive Meditationen, Gebete oder durch die Einnahme psychoaktiver Substanzen zustande kommt. Tranceartige Zustände sind nicht neu. In vielen Kulturen (beispielsweise im Daosimus und Tantra) werden sie schon seit jeher durch rhythmische Bewegungen, Gesänge, Atmung und Musik eingeleitet. Sex und sexuelle Praktiken werden hier ebenfalls als besonders wichtig angesehen, um Gesundheit und geistige Klarheit zu erlangen. Hier findest du ein kleines Beispiel von Mantak Chia und einer daoistischen Praktik:

 

 

Dass dem Orgasmus selbst in der Psychologie und Philosophie eine tiefere Bedeutung beigemessen wird, die weit über die Fortpflanzung hinausgeht, hat Sigmund Freud in der Vergangenheit bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Selbst im Tierreich fangen sexuelle Interaktionen mit dem Balzverhalten an. Dieses Balzverhalten kann auch beim Menschen beobachtet werden, wenn Bewegungen, Stimmsignale und subtile Reize bewusst eingesetzt werden, um den Partner auf sich aufmerksam zu machen.

Musik, Atmung und Rhythmik spielen auch bei der sexuellen Erregung eine große Rolle, um den tranceartigen Zustand zu intensivieren und bewusster zu erleben. Das ist auch die Essenz, die du als Biohacker für dich nutzen kannst. Denn: Auch beim Sex kannst du als Biohacker im Flow sein, wenn du den Rhythmus richtig einzusetzen weißt, indem du beispielsweise zwischen mehreren Rhythmen wechselst und den Zeitpunkt der Änderung bewusst herbeiführst.

Die Fähigkeit, rhythmische Muster zu erzeugen und zwischen mehreren Rhythmen zu wechseln, kann die Qualität eines Orgasmus immens beeinflussen und bereichern. Erst recht, wenn du das rhythmische Muster und den tranceartigen Zustand über einen längeren Zeitraum hinweg aufrechterhalten kannst.

Der Zustand, im Flow zu sein, wurde erstmals von dem Psychologen und Wissenschaftler Mihály Csíkszentmihályi beschrieben. Das klassische Flow-Erleben beschreibt einen Zustand, der, sofern die Bedingungen stimmen, in eine hypnotische oder ekstatische Trance übergehen kann.

Es gibt sogar viele Wissenschaftler, die den Flow generell als Trance verstehen, wenn Menschen in ihrer derzeitigen Tätigkeit buchstäblich aufgehen und in diesem Zustand des Glücklichseins verweilen möchten.

Meistens wird der Flow mit einer beruflichen Tätigkeit in Verbindung gebracht, wenn du Höchstleistungen vollbringst, weil du das, was du tust, unheimlich liebst. Genauso lässt sich der Flow, den du mit allen Sinnen wahrnehmen und genießen kannst, auch auf dein Sexleben übertragen, das dich buchstäblich in Trance versetzt und dich mit Glücksgefühlen überschüttet.

Für Mihály Csíkszentmihályi gibt es sechs Faktoren, die einen charakteristischen Flow-Zustand beschreiben:2

  • 1. Intensive Konzentration
  • 2. Interaktion von Körper und Geist (Aktion und Bewusstsein)
  • 3. Verlust des reflektierten Selbstbewusstseins
  • 4. Ein Gefühl der Kontrolle oder ein Wechsel der Situation oder Aktivität
  • 5. Eine Verzerrung der zeitlichen Abfolge
  • 6. Die Tätigkeit und die damit verbundene Erfahrung an sich

Die meisten dieser eben genannten Faktoren beschreiben die mit den sexuellen Rhythmen verbundenen Erfahrungen eines Orgasmus sehr gut. Wenn dich durch Rhythmen herbeigeführte, tranceähnliche Zustände in einen Schaffensrausch und ein Gefühl der Glückseligkeit versetzen können, solltest du als Biohacker unbedingt mehr Sex haben. Denn seit dem Artikel zum Growth Mindset wissen wir, dass wir allen Bereichen unseres Lebens mit Übung und Hingabe deutlich besser werden können.

Wie gut und intensiv dein Orgasmus ist, hängt allein von der Stimulation und der Art der Rhythmik ab. Sobald du im Flow bist und dich in deinem Schaffensrausch übertriffst, wirst du einen noch besseren Trance-Zustand, einen noch explosiveren Orgasmus und ein noch tieferes Gefühl der Entspannung erreichen können.

Obwohl die gezielte Stimulation der Genitalien als besonders befriedigend erachtet wird, kann ein klassisches Trance-Modell auch auf andere Aktivitäten übertragen werden, die ebenfalls sehr stimulierend sein können. Küssen, tanzen, intime Gespräche und das bloße Berühren der Haut können uns in einen tranceähnlichen Zustand versetzen, der mit Sex vergleichbar ist.

Vorteile vieler Orgasmen: Was bedeutet Sex für dich als Biohacker?

In einem Review versuchte der Psychologe Stuart Brody die Vorteile zu ergründen, die Orgasmen auf uns und unsere Gesundheit haben.3 In seiner Studie fand Stuart Brody heraus, dass Orgasmen sich sowohl auf unsere Gesundheit als auch auf unsere Psyche positiv auswirken können. Er fasste Korrelationsstudien zusammen und führte die Ergebnisse in seiner Arbeit an. Hierbei handelte es sich jedoch meisntens um Orgasmen, die mit einem Sexualpartner erlebt wurden.

Einen weniger guten Effekt hatten durch Masturbation herbeigeführte Orgasmen, welche die Gesundheit und Psyche nicht ganz so gut beeinflussen können.

Diese Vorteile können Orgasmen für deine Psyche haben:

  • verbesserte psychische Gesundheit (Zufriedenheit)
  • Verbesserung der Beziehungsqualität
  • höheres emotionales Bewusstsein und ein besseres Miteinander
  • mentale Reife
  • Gefahr von Depressionen und Suiziden sinkt
  • mehr Glück und Zufriedenheit

Diese Vorteile können Orgasmen für deine Gesundheit haben:

  • höhere Lebenserwartung
  • bessere Beweglichkeit (weniger Probleme mit Muskeln, Gelenken und Knochen)
  • geringerer Körperfettanteil
  • bessere Herzfrequenz (Optimierung des Blutdrucks)
  • niedrigerer Blutdruck bei Inaktivität
  • niedrigerer Blutdruck bei Stress (stressresistent)
  • bessere körperliche Leistungsfähigkeit
  • verbesserter Testosteronspiegel
  • höherer Dopaminspiegel im Nucleus accumbens („Belohnungssystem“ des Gehirns)

Um langfristig gesund und leistungsfähig zu sein, braucht es schon etwas mehr als einen Orgasmus. Eine gesunde Ernährung und Lebensweise, ein gesunder Schlaf, ausreichend Entspannung und Bewegung spielen nämlich eine ebenso große Rolle. Nichtsdestotrotz können Orgasmen deine Leistungsfähigkeit verbessern, sodass du dich sowohl mental als auch körperlich fitter fühlst.

Aphrodisiaka: Wie du deine sexuelle Leistungsfähigkeit steigern kannst

Wusstest du, dass natürliche Aphrodisiaka dir dabei helfen können, besser in den Flow zu kommen und den tranceähnlichen Zustand länger genießen zu können? Als Biohacker willst du dich auf allen Ebenen verbessern – natürlich auch sexuell.

Natürliche Aphrodisiaka können, neben einer gesunden Ernährung, zu einer besseren sexuellen Leistungsfähigkeit beitragen, sodass du den Orgasmus hinauszögern und intensivieren kannst. Keine Angst: Blaue Pillen aus der Apotheke brauchst du glücklicherweise nicht – natürliche Aphrodisiaka gibt es auch in (fast) jeder Küche.

Kakao-Extrakt

Erektile Dysfunktionen können durchaus ein Problem sein. Häufigste Ursache ist eine schlechte Durchblutung, die womöglich durch ein niedriges Stickstoff-Niveau verursacht wird. Dauerhafte Erektionsstörungen bedürfen natürlich einer ärztlichen Untersuchung, jedoch können die Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe) im Kakao dabei helfen, das Stickstoff-Niveau zu erhöhen. Auf diese Weise kann die Durchblutung verbessert werden.

Maca

Maca (Lepidium meyenii) – auch als peruanischer Ginseng bezeichnet – ist eine uralte Heilpflanze, die hauptsächlich in den Höhenlagen der peruanischen Anden heimisch ist. Dort wird die Pflanze, die zur Familie der Kreuzblütler gehört, schon seit über 2.000 Jahren kultiviert.

Interessant sind vor allem die Wurzeln der 20 Zentimeter hohen Pflanze, die weiß, gelb, rosa oder rot sein können. Ihnen wird nämlich eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben, von der Männer und Frauen gleichermaßen profitieren können.

Maca trägt offenbar zu einer Steigerung der sexuellen Erregbarkeit bei, weshalb viele Biohacker den getrockneten Extrakt, der sowohl als Pulver oder Kapseln im Handel erhältlich ist, als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Dass Maca außerdem die Anzahl der Spermien erhöhen kann, ist ein weiterer positiver Nebeneffekt der Wurzel.56

Eurycoma Longifolia Jack

Als Eurycoma Longifolia Jack werden allgemein Kräuter bezeichnet, die unter dem Namen Tongkat Ali, Longjack oder malaysischer Ginseng bekannt sind. Ebenso wie Maca zeichnen die Pflanzen sich durch eine aphrodisierende Wirkung aus. Von dieser Wirkung könnten beide Geschlechter profitieren, wobei die Pflanzen bei Männern womöglich einen besseren Effekt erzielen als bei Frauen. 

Ähnlich wie Maca soll Eurycoma Longifolia Jack nicht nur die sexuelle Erregbarkeit steigern können – die aphrodisierenden Pflanzen sollen auch zu einer Steigerung der Spermienproduktion beitragen.

Fazit

Wenn du als Biohacker nach neuen Möglichkeiten suchst, um deine Gesundheit, dein Wohlbefinden und deine Leistungsfähigkeit zu verbessern, solltest du dein Sexualleben etwas mehr unter die Lupe nehmen. Ein gesundes Sexualleben kann dir nämlich dabei helfen, besser in den Flow-Zustand zu kommen, sodass du deine mentale und körperliche Leistungsfähigkeit steigern kannst. Neben einer gesunden Ernährung, Sport, Entspannung und einem gesunden Schlaf ist Sex eine der besten Möglichkeiten, um sich als Biohacker auf allen Ebenen zu verbessern und im Alltag fokussierter zu sein.

Quellen:

1 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5087698/
2 https://books.google.de/books?id=2Cr5rP8jOnsC&redir_esc=y
3 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20088868
4 https://link.springer.com/article/10.1007/s13668-013-0058-y
5 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12472620

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