Stimmungsaufheller L-Tryptophan

L-­Tryptophan -­ der natürliche Stimmungsaufheller: Wirkung, Anwendung und Dosierung

Aminosäuren zählen zu den wichtigen Proteinbausteinen im menschlichen Körper. L-Tryptophan ist eine Aminosäure, die für Dein Wohlbefinden extrem wichtig ist. Sobald unser Tryptophanspiegel niedrig ist, leidet unsere Stimmung. Wir zeigen Dir, wie Du den natürlichen Stimmungsaufheller im Alltag einsetzen kannst.

Stress, Schlafstörungen und eine ungesunde Ernährung können Deinen Tryptophanspiegel stark beeinflussen und sich somit negativ auf Deine Stimmung auswirken. L-Tryptophan ist eine proteinogene Aminosäure und zählt zu den wichtigsten Proteinbausteinen im menschlichen Körper. Diese können im Körper nicht selbst gebildet werden, weshalb Du sie über die Ernährung oder über Nahrungsergänzungsmittel zuführen musst. Während viele andere Eiweißbausteine einen Proteinanteil von ca. fünf Prozent einnehmen (Leucin sogar neun Prozent), kommt L-Tryptophan nur in kleinsten Mengen vor. Ähnlich wie Cystein ist L-Tryptophan eine der insgesamt zwanzig Eiweißbausteine, die in unserer Nahrung nur in sehr geringen Mengen vorkommt. Unsere Ernährung muss also sehr abwechslungsreich sein, um L-Tryptophan in ausreichender Menge zuzuführen. Nahrungsergänzungsmittel haben sich hier als sehr hilfreich erwiesen, um den Tryptophanspiegel zu erhöhen und das Wohlbefinden zu steigern.

 

Welche Lebensmittel enthalten L-Tryptophan?

L-Tryptophan ist eine Aminosäure, die in vielen Lebensmitteln enthalten ist. Insbesondere in pflanzlichen Nahrungsmitteln, sodass Vegetarier und Veganer keine Probleme haben sollten, die ausreichende Menge zu sich zu nehmen. Wer jedoch Getreide und Mais bevorzugt, wird schnell enttäuscht. Diese Nahrungsmittel kommen in der Ernährung zwar häufig vor, jedoch enthalten sie kein L-Tryptophan. Besser sind folgende tryptophanhaltige Lebensmittel:

  • Kartoffeln und Rüben
  • Hülsenfrüchte und Sojabohnen
  • Reis, Weizenkeime und Haferflocken
  • Nüsse, Samen und Cashewkerne
  • Radieschen und Rettich
  • Endivien und Spinat
  • Fenchel und Löwenzahn
  • Bananen und Datteln

100 Gramm Sojabohnen enthalten beispielsweise 590 Milligramm L-Tryptophan, Cashewkerne 293 mg, während in Erbsen 266 mg enthalten sind. Haferflocken liegen bereits deutlich unter 200 mg pro 100 Gramm. Sie beinhalten 183 mg L-Tryptophan, Walnüsse nur noch 170 mg. Ungeschälter Reis liefert etwa 100 mg. Maismehl ist mit nur ca. 50 mg nicht sehr tryptophanhaltig.

Wusstest Du, dass 100 Gramm Kakaopulver fast 300 mg L-Tryptophan enthalten? Da verwundert es nicht, wenn Du bei mieser Stimmung instinktiv zu Schokolade greifst, um einen Mangel auszugleichen.

Doch Achtung: Es handelt sich um die Menge L-Tryptophan, die noch chemisch gebunden ist. Anders als bei Nahrungsergänzungen kann der Körper nur einen Teil der angegebenen Menge des Mikronährstoffs aufnehmen.

 

Welchen Einfluss hat L-Tryptophan auf den Körper?

Tryptophan (Trp) - α-Amino-β-Indolylpropionsäure mit der chemischen Summenformel C11H12N2O2 – ist eine neutrale L-förmige Aminosäure mit genetischem Code. Aufgrund der β-Indolyl-Seitenkette gehört Tryptophan zur Gruppe der aromatischen Aminosäuren und ist lipophil, d. h. sie ist schlecht wasserlöslich.

Obwohl L-Tryptophan in den Proteinen nur in geringen Mengen vorhanden ist, scheint die Aminosäure für unseren Stoffwechsel und andere Funktionen des Körpers von großer Bedeutung zu sein. Im biochemischen Stoffwechsel bildet es wichtige Zwischenprodukte. Bei einer sauren Proteinhydrolyse wird die Aminosäure allerdings vollständig zerstört. Nur freies L-Tryptophan steht für eine Verstoffwechslung zur Verfügung. Im Plasma sind das nur magere fünfzehn Prozent. Der Rest (85 %) ist an Serumalbumin gebunden.

Da L-Tryptophan bei einem physiologischen pH-Wert nicht löslich ist, kann die Aminosäure nur mithilfe von Albumin transportiert werden. Drei bis zehn Prozent der verfügbaren Menge werden zu dem Neurotransmitter und Glückshormon Serotonin, dem Schlafhormon Melatonin sowie zu N-Acetylserotonin umgewandelt. Damit hat L-Tryptophan einen Einfluss auf unseren Schlaf-Wach-Rhythmus.

Aber auch kleine Mengen von Spurenaminen wie Tryptamin und Dimethyltryptamin entstehen daraus. Obwohl man nicht genau sagen kann, welche physiologische Bedeutung ihnen zukommt, geht man davon aus, dass sie an der Verteilung und Umwandlung von Monoaminen beteiligt sind.

Spezielle Rezeptoren im Gehirn, hauptsächlich im Bereich des Mandelkerns, sind auf die Erkennung dieser Spurenamine spezialisiert. Der größte Teil wird über den Kynurenin-Weg verstoffwechselt. Das ist eine unvollständige Oxidation in der Leber, über die es auch zur Bildung des Coenzyms Nikotinami-Adenin-Dinukleotid (NAD) kommt.

Der Glukokortikoidspiegel im Blut aktiviert die Tryptophan-2,3-dioxygenase und öffnet damit den Pyrrolring von L-Tryptophan. Es entsteht N-Formylkynurenin. Körpereigene Hormone steuern den Umwandlungsprozess der Proteine:

  • Insulin blockiert den Abbau, fördert die Proteinsynthese im Gewebe (hauptsächlich in der Muskulatur)
  • Glucagon verringert die Plasmakonzentration von Aminosäuren, die zur Bildung von Glucose in der Leber benötigt werden
  • Cortisol sorgt für den Abbau (Proteolyse) und Ausschleusung aus der Muskulatur und erhöht dadurch die Plasmakonzentration 

      Wie überwindet L-Tryptophan die Blut-Hirn-Schranke?

      Langkettige neutrale Aminosäuren benötigen alle das gleiche Transportsystem, um die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. Dieses System wird von Insulin kontrolliert. Das erklärt, warum sich nach dem Verzehr von proteinreichen Nahrungsmitteln, die viel L-Tryptophan enthalten, der Plasma- und Tryptophan Spiegel schnell erhöhen. Eine Aufnahme im Gehirn wird aber erst bei einer Mahlzeit, welche reich an Kohlenhydraten ist, verbessert.

      Erst dann kann L-Tryptophan die Blut-Hirn-Schranke ohne Konkurrenz anderer Aminosäuren passieren, da es als einzige Aminosäure nicht von den Muskeln aufgenommen wird. Sobald Du nach der letzten Aufnahme einen längeren Zeitraum verstreichen lässt und noch einmal eine eiweißreiche Mahlzeit isst, erzielst Du einen ähnlichen Effekt.

      Damit lässt sich die schlaffördernde Wirkung von Lactalbumin (Kuhmilchprotein) begründen. Eine erhöhte Fettzufuhr kann den Gehalt von L-Tryptophan ebenfalls steigern. Eine große Rolle spielt auch das Verhältnis von freiem und an Albumin gebundenem L-Tryptophan. Beeinflussen lässt sich das durch

      • intensive sportliche Aktivitäten
      • die Aktivierung des sympathischen Nervensystems
      • die Mobilisierung körpereigener Fettdepots zur Erhöhung der Konzentration freier Fettsäuren

      L-Tryptophan wird über die Zwischenprodukte 5-Hydroxytryptophan (5-HTP) zu 5-Hydroxytryptamin (5-HT/Serotonin) umgewandelt. Hierbei handelt es sich um ein Wohlfühl- und Glückshormon, das uns glücklicher werden lässt.

      Die Wirkungen von L-Tryptophan und 5-HTP, bekannt unter der Bezeichnung Oxitripan, sind gleich. Der Unterschied liegt in der Verstoffwechselung. Die Vorstufe 5-HTP wird effektiver in das Glückshormon Serotonin umgewandelt, sodass Du im Gegensatz zu L-Tryptophan eine geringere Menge brauchst.

       

        Wie steuert L-Tryptophan die Körperfunktionen?

        Das Glückshormon Serotonin beeinflusst das Herz-Kreislaufsystem, indem es die Spannung der Blutgefäße reguliert. Es befindet sich in der Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes und reguliert Deinen Appetit und Dein Essverlangen. Deshalb kann ein ausreichender Tryptophanspiegel Heißhungerattacken verhindern.

        Im Gehirn ist der Neurotransmitter Serotonin als Botenstoff in den Nervenzellen (Neuronen) nachweisbar, deren Zellkörper sich in den Raphe-Kernen des Hirnstammes befinden. Von dort werden alle Regionen des Gehirns beeinflusst. Der Schlaf- und Wachrhythmus wird ebenso gesteuert wie die Empfindung von Schmerz oder die Stimmung.

        Die Aminosäure wird daher auch zur Behandlung des Jetlags eingesetzt. Neurophysiologen erkannten, dass Depressionen durch einen niedrigen Serotoninspiegel ausgelöst werden können. Auch Ängste und aggressives Verhalten können eine Folge eines niedrigen Serotoninspiegels sein. Nur wenn genügend L-Tryptophan im Körper vorhanden ist, kann das Gehirn mit Hilfe des natürlichen Stimmungsaufhellers Serotonin bilden und den Serotoninspiegel anheben.

        Das Neurobehavioral Research Laboratory in San Antonio, Texas hat in einer Studie festgestellt, dass ein Mangel an L-Tryptophan für psychische und physische Erkrankungen und Schlafstörungen ihrer Probanden verantwortlich ist. Dabei wurde auch herausgefunden, dass Tryptophan gleichzeitig zur Behandlung von nächtlichen Schlafstörungen eingesetzt werden kann.

        Mit der vermehrten Bildung des Glückshormons Serotonin und der Anhebung des Serotoninspiegels konnte beim Menschen die körpereigene Ausschüttung des in der Zirbeldrüse gebildeten Schlafhormons Melatonin angeregt werden. Durch die verbesserte Schlafqualität in der Nacht ließ sich nicht nur das Auftreten von Stimmungsschwankungen vermindern – auch konnte durch die erholsame Nacht die vermehrte Bildung von Serotonin zu einer Reduzierung von Stress beitragen.

        Sobald Du die Aminosäure kontinuierlich mit der Nahrung aufnimmst, kannst Du Deinen Schlafrhythmus ganz natürlich regulieren und einem Tryptophanmangel und den damit verbundenen Schlafstörungen vorbeugen. Nach Anbruch der Dunkelheit kann die Blut-Hirn-Schranke noch besser passiert werden und dafür sorgen, dass die Zirbeldrüse das für einen gesunden Schlaf notwendige Hormon Melatonin bildet.

        Fazit: Wenn Du Deinen Tag ausgeschlafen startest, kannst Du Deinen Tryptophanspiegel, deine Konzentration und mentale Leistungsfähigkeit gleichermaßen steigern und einen gesunden Schlaf fördern.

         

        L-Tryptophan-Mangel: Welche Ursachen gibt es?

        Über die Ernährung kannst Du Deinen Tryptophanspiegel nicht nur bewusst beeinflussen – Du kannst auch einen Mangel mithilfe von Lebensmitteln ausgleichen. Über diesen Syntheseweg nehmen wir durchschnittlich über die normale Mischkost 0,5 Gramm bis 1 Gramm L-Tryptophan auf. Vorausgesetzt, Du greifst nicht zu industriell gefertigten Nahrungsmitteln.

        In Lebensmitteln ist die Aminosäure L-Tryptophan immer an Proteine gebunden. Deshalb ist es hauptsächlich in proteinhaltigen Lebensmitteln enthalten. Hühnereier, Schweinefleisch, Käse, Fisch, Bohnen, Nüsse und Samen sind hier die besten Lieferanten für L-Tryptophan.

        Es wird angenommen, dass ein gesunder Erwachsener circa 3,5 mg bis 6 mg L-Tryptophan pro Kilogramm Körpergewicht mit der Nahrung aufnimmt. Man vermutet jedoch auch, dass es erhebliche individuelle Unterschiede im tatsächlichen täglichen Bedarf gibt.

        Durch Störungen im Magen-Darm-Bereich, Leberschäden und anderen Erkrankungen kann es trotz erhöhter Aufnahme zu einem Mangel kommen. Bei anhaltendem Stress wird über Tryptophan-2,3-dioxygenase (TDO) L-Tryptophan abgebaut. Zytokine und Entzündungsmarker aktivieren das Enzym Indolamin-2,3-Dioxygenase (IDO), das ebenfalls für einen Abbau von L-Tryptophan und einem damit verbundenen Mangel sorgt. Körpereigene Regulationsmechanismen verhindern so Gewebeschäden oder schaffen ein Milieu, dass Erreger abwehren kann.

        Auch wenn Sportler einen erhöhten Bedarf an L-Tryptophan haben, sollten sie nicht mehr als 3 Gramm L-Tryptophan täglich einnehmen. Eine zu hohe Dosierung von L-Tryptophan kann Müdigkeit auslösen, Muskelschmerzen verursachen und Veränderungen es Blutbildes hervorrufen.

        Ein Mangel an Vitamin B6 und Magnesium reduziert die Aktivität des an der Serotonin Synthese beteiligten Enzyms Tryptophan-Hydroxylase. Koffein hemmt ebenfalls die Aktivität. Das heißt, dass regelmäßiger Kaffeegenuss die Bildung des Glückshormons Serotonin verhindern, beziehungsweise herabsetzen kann.

        Wer zudem nicht gut durch oder einschlafen kann, unter einer schlechten Stimmung und Konzentration oder einer verringerten Gedächtnisleistung leidet, kann ebenfalls einen Tryptophanmangel aufweisen. Auch kann erhöhte Ausscheidung von Aminosäuren in Kombination mit Hauterkrankungen darauf hindeuten.

         

        Wie kann ich einen Mangel von L-Tryptophan ausgleichen?

        Durch die erhöhte Zufuhr einer ausgewogenen Mischung aus Eiweißbausteinen und Enzymen kann der Körper in einer Kettenreaktion das körpereigene Glücks- und Wohlfühlhormon L-Tryptophan wieder in ausreichendem Maß produzieren. Durch die gezielte Aufnahme des natürlichen Stimmungsaufhellers L-Tryptophan kannst Du also Dein Wohlbefinden steigern.

        Sehr wirksam sind Kapseln, welche die Aminosäure L-Tryptophan in einer höheren Konzentration enthalten. Die Einnahme von Tryptophan-Kapseln erfolgt morgens oder abends - idealerweise auf nüchternen Magen.

        Fazit: Der Körper benötigt genügend L-Tryptophan, um sein volles Potential entfalten zu können. Fehlt ein Baustein, können die biochemischen Reaktionen im Körper keine optimale Versorgung für körperliche und geistige Höchstleistungen erzielen.

         

        Wie Du Deine Leistung mit L-Tryptophan steigern kannst

        Sobald Du Deinen Tryptophanspiegel im Körper erhöhst, sorgt das gebildete Serotonin nicht nur für gute Laune – es sorgt auch dafür, dass impulsives Verhalten und Stimmungsschwankungen verschwinden sowie Ängste und Niedergeschlagenheit blockiert werden. Depressive Phasen können sich durch die Zufuhr der Aminosäure ebenfalls auflösen.

        Mithilfe von L-Tryptophan hast Du spürbar mehr Kraft im Alltag. Das daraus gebildete Serotonin ist auch ein körpereigener Appetitzügler. Eine erhöhte Zufuhr kann demzufolge bei Übergewicht für eine Gewichtsabnahme sorgen. Das kann wiederum Deine Leistungsfähigkeit erhöhen.

        Als Provitamin unterstützt die Aminosäure L-Tryptophan die Verarbeitung von Vitamin B3, das für viele Stoffwechselfunktionen notwendig ist. Vitamin B3, auch als Niacin bekannt, ist am Fett-, Eiweiß- und Kohlenhydratstoffwechsel beteiligt und gilt daher als der wichtigste Energielieferant. Deshalb kann die Aminosäure L-Tryptophan besonders im Sport zur Leistungssteigerung eingesetzt werden.

        Wichtig zu wissen: Die Aminosäure L-Tryptophan passiert nur dann die Blut-Hirn-Schranke, wenn Du es auf nüchternen Magen einnimmst. Die Nahrungsaufnahme sollte also erst circa eine Stunde nach der Einnahme von L-Tryptophan erfolgen.

         

         

        Die Tagesdosis von L-Tryptophan liegt zwischen 250 mg und 1500 mg. Eine Überdosierung wurde bisher nicht beobachtet. Auch bei täglicher und langfristiger Anwendung kam es zu keinen schädlichen Nebenwirkungen durch die Einnahme von L-Tryptophan.

        Mit der Einnahme als Nahrungsergänzungsmittel kannst Du übrigens nicht nur Stress reduzieren – die Aminosäure L-Tryptophan trägt auch zu einer Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit bei. Falsch wäre jedoch die Annahme, dass durch eine vermehrte Aufnahme von L-Tryptophan auch mehr Serotonin produziert wird.

        Ganz im Gegenteil: Ein Zuviel an L-Tryptophan aktiviert das Enzym Tryptophan-2,3-dioxygenase CTDO) in der Leber und sorgt für einen Abbau von Serotonin. Untersuchungen zur Pharmakokinetik ergaben, dass bei hoher Dosierung der Plasmaspiegel nach 4- 6 Stunden wieder im Normbereich lag. Unklar blieb, was mit den Abbauprodukten im Körper geschieht.

        Fazit: L-Tryptophan sollte möglichst auf nüchternen Magen eingenommen werden.

         

        Warum L-Tryptophan ein natürliches Nootropikum ist

        Nootropika werden oft auch als Smart Drugs, Neuro Enhancer, Neurotropika oder Neuroenergetika bezeichnet. Sie verändern die Übertragung von Botenstoffen und sorgen für positive Veränderungen in unserem Gehirn. Überall dort, wo die Denkfähigkeit und das Bewusstsein beansprucht werden, können sie die mentale Leistungsfähigkeit stark erhöhen. Ob Gedächtnis oder Konzentration, Stimmung oder Motivation - sie verstärken

        • die Wahrnehmung und Aufmerksamkeit
        • die Erinnerung und das Lernen
        • die Kreativität und Orientierung
        • die Planung und Problemlösung
        • den Willen und Glauben
        • die Argumentation und Imagination

        Als natürliches Nootropikum hat L-Tryptophan den großen Vorteil, dass die Aminosäure ohne Nebenwirkungen auskommt. Auch kann die Aminosäure L-Tryptophan auch bei einer dauerhaften Einnahme keine Toleranzgrenze im Körpers aufbauen.

         

        L-Tryptophan: Dosierung und Nebenwirkungen

        L-Tryptophan ist in gebundener Form ein wichtiger Bestandteil unserer täglichen Ernährung und somit frei von Nebenwirkungen. Es sind keine toxischen Wirkungen auf den menschlichen Körper bekannt. Zu einer möglichen Überdosierung liegen ebenfalls keine Daten vor.

        Wie Du bereits weißt, sollten L-Tryptophan Kapseln möglichst auf nüchternen Magen eingenommen werden, sodass die Aminosäure die Blut-Hirn-Schranke passieren kann, ohne dabei mit anderen Aminosäuren zu konkurrieren.

        Die Aufnahme kann beispielsweise durch ein kohlenhydratreiches Getränk optimiert werden. Fruchtsäfte sind diesbezüglich ideal. Die allgemein bekannte Dosierung von L-Tryptophan als Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneimittel liegt bei 400 mg bis 500 mg.

         

        Warum wurde L-Tryptophan in der Vergangenheit verboten?

        Zwischen 1976 und 1997 gab es einige kleine Studien mit Fallzahlen von 24 -58 Patienten, in denen die Wirksamkeit gegen Depressionen geprüft wurde. L-Tryptophan wurde mit trizyklischen Antidepressiva oder einer Kombination mit ihnen verglichen.

        Als Ergebnis konnte L-Tryptophan als Medikament bei leichten und mittelschweren Depressionen eingesetzt werden. Außerdem war es in den USA als Sportnahrung und Nahrungsergänzungsmittel frei verkäuflich. In den 80er Jahren stellte Showa Denko, eine japanische Firma, L-Tryptophan mithilfe der Gentechnik her.

        Durch Verunreinigungen verursachte das Mittel vermutlich das Eosinophiles Myalgie-Syndrom (EMS-Syndrom). Hierbei handelt es sich um eine Blutkrankheit, die in 38 Fällen tödlich verlief.

        Daraufhin wurden Nahrungsergänzungsmittel mit einem hohen Anteil an L-Tryptophan vom Markt genommen. Neben vielen anderen Verunreinigungen waren zwei Verbindungen besonders auffällig: ein Tryptophan-Doppelmolekül, „Peak E“ genannt, das die Kollagensynthese stimuliert und „UV-Peak 5“, ein Anilinabkömmling.

        Die in neueren Proben von L-Tryptophan und 5-HTP gefundenen Verunreinigungen tragen die Bezeichnung „Peak X“. Nachdem nachgewiesen wurde, dass das EMS-Syndrom ausschließlich durch die verunreinigten Präparate des japanischen Herstellers ausgelöst wurde, erfolgte 1996 die Wiederzulassung.

        Teilweise wird L-Tryptophan aufgrund seiner entspannenden Wirkung auch als mildes Schlaf- und Beruhigungsmittel verkauft. In Apotheken kann man es rezeptfrei als Filmtablette mit 500mg Tryptophan kaufen. Präparate mit hochdosiertem 5-Hydroxytryptophan sind hingegen verschreibungspflichtig und werden nur mit einem Rezept vom Arzt abgegeben.

        Eine Ausnahme besteht jedoch beim Extrakt der Pflanze Griffonia simplicifolia, auch bekannt als afrikanische Schwarzbohne. Der Extrakt der Griffonia Pflanze ist eine natürliche Quelle der direkten Serotonin-Vorstufe 5-HTP und darf in kleinen Mengen in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden.

         

        Quellen und Studien zur Wirkungsweise von L-Tryptophan

        Mit verschiedenen Studien konnte die Wirkungsweise von L-Tryptophan belegt werden:

        • Italienische Wissenschaftler veröffentlichten einen Fachartikel über biochemische und ernährungswissenschaftliche Aspekte vonL-Tryptophan: Lionella Palego, Laura Betti et al.: Tryptophan Biochemistry: Structural, Nutritional, Metabolic, and Medical Aspects in Humans; Journal of Amino Acids, Volume 2016 (2016), Article ID 8952520, 13 pages
        • Tryptophan catabolism in females with irritable bowel syndrome: relationship to interferon-gamma, severity of symptoms and psychiatric co-morbidity; Fitzgerald P et al, Neurogastroenterol Motil 2008 Sep 17
        • Tryptophan requirement in young adult women as determined by indicator amino acid oxidation with L-(13C)phenylalanine.Am. J. Clin. Nutr. 68(2); Aug 1998: S. 303-10 G. Lazaris-Brunner, M. Rafii, R. O. Ball, P. B. Pencharz
        • The effects of l-tryptophan and melatonin on selected biochemical parameters in patients with steatohepatits; J Physol Pharmacol 2010 Oct; 61(5): 577-580, Cichoz-Lach H. et al
        • The effects of tryptophan depletion on neural responses to emotional words in remitted depression. Biol Psychiatry. 2009 Sep 1;66(5):441-50. Epub 2009 Jun 17, Roiser JP, Levy J, Fromm SJ, Nugent AC, Talagala SL, Hasler G, Henn FA, Sahakian BJ, Drevets WC
        • Role of Melatonin in the Regulation of Human Circadian Rhythms and Sleep. C. Cajochen, K. Kräuchi and A. Wirz-Justice Center for Chronobiology, Psychiatric University Clinic, Basel, Switzerland. Journal of Neuroendocrinology, 2003, Vol. 15, 432-437
        • Efficacy of light vs tryptophan in six-month affective disorder. Online coverage. Smith, RM149th Annual Meeting of the American Psychiatric Association. New York, 5.-8. May 1996

         

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