Lernmethoden: Mit welchen Techniken Du effektiv arbeiten kannst

Lernmethoden: Mit welchen Techniken Du effektiv arbeiten kannst

Texte, Vokabeln, Fakten, Zahlen, Zusammenhänge… mit welchen Lernmethoden Du all' das Gelernte vor Prüfungen, Vorträgen oder Gesprächen im Kopf behalten kannst und wie das Gelernte dort ankommt, liest Du in diesem Artikel.

Es wäre zu schön, um wahr zu sein, wenn wir wie Mike Ross aus der Serie Suits ein fotografisches Gedächtnis hätten und uns einfach nur ein einziges Mal etwas durchlesen oder anschauen müssten, um es wiedergeben zu können. Das hätte die eine oder andere Prüfung in unserem Leben sicherlich viel einfacher gemacht. Klar, Lernen macht nicht immer Freude und manchmal verzweifelst Du schon allein am Lernprozess. Deshalb solltest Du einmal Deine Lernmethoden hinterfragen. Wenn Du Deine Antriebslosigkeit überwinden möchtest und Deine Produktivität steigern willst, bekommst Du jetzt Tipps, welche Lernmethoden Dir helfen können.

In der Realität sieht unsere Informationsverarbeitung und deren Wiedergabe meistens doch anders aus als bei Mike Ross. Es gibt unzählige Lernmethoden, um sich mit Inhalten auseinanderzusetzen und in unserem Gedächtnis zu speichern. Bevor Du die für dich beste Lernmethode findest, solltest Du Dich zunächst einmal damit beschäftigen, wie Du Informationen am einfachsten aufnehmen kannst. Wie Gelerntes überhaupt bei Dir im Kopf ankommt und letztendlich auch im Gedächtnis bleibt, schauen wir uns jetzt an.

Lernmethoden - So lernst du richtig und schnell

 

Lernmethoden: Wie gelangt Gelerntes in unser Gedächtnis?

Mit dem Begriff Gedächtnis ist die Aufnahme, Speicherung und Wiedergabe von Informationen gemeint. Diese nimmst Du mit all Deinen Sinnesorganen in Deiner Umwelt auf und filterst diese Informationen danach, ob sie gespeichert werden oder nicht. Die gespeicherten Informationen werden dann durch Abrufen und Wiedergabe verfestigt und im Langzeitgedächtnis gespeichert.

Grundsätzlich kann das Gedächtnis grob in drei Bereiche unterschieden werden:

  • sensorisches Gedächtnis
  • Arbeitsgedächtnis
  • Langzeitgedächtnis

 

Das sensorische Gedächtnis, auch Ultrakurzzeitgedächtnis genannt, ist die erste Anlaufstelle für Informationen, die Du aus Deiner Außenwelt mit Deinen Sinnesorganen wahrnimmst. Diese werden nur sehr wenige Sekunden gespeichert.

Das Arbeitsgedächtnis, eine Art des Kurzzeitgedächtnisses, kann 5-9 Informationseinheiten kurzfristig speichern und verarbeiten. Das Arbeitsgedächtnis ermöglicht es Dir, dass Du zum Beispiel eine bestimmte Aufgabe durchführst und zum Beispiel Gemüse schneidest während Du telefonierst. Es ermöglicht Dir auch, dass Du etwas lernst. Das Arbeitsgedächtnis ist tagtäglich sehr aktiv, beispielsweise wenn Du schon allein eine Unterhaltung führst und eine Antwort Deinem Gesprächspartner gibst. Hier spielt vor allem der Hippocampus in Deinem Gehirn eine Rolle.

Lernmethoden - So lernst du richtig und schnell

Das Langzeitgedächtnis speichert Informationen für mehrere Wochen, Monate oder Jahre ab. Wenn hier Informationen, Erinnerungen und andere Inhalte vom Kurzzeitgedächtnis übertragen werden, wird hauptsächlich die Großhirnrinde aktiviert.

 

Warum erinnern wir uns an manche Dinge besser als an andere?

Das liegt daran, dass Dein Gehirn die Informationen in ihrer Relevanz unterscheidet, ob es ein wichtiges Ereignis für Dich war oder zum Beispiel mit starken Emotionen verbunden war, wie eine Hochzeit, Geburt oder eine sehr wichtige Prüfung.

Beim Lernen geht es dann schlussfolgernd darum, dass Du Deinem Gehirn signalisierst, dass sich die zu merkenden Informationen wichtig sind. Um diesen Prozess zu unterstützen, kannst Du Verbindungen zu bereits erlerntem Wissen herstellen oder versuchen, dass Du eine emotionale Ebene zu dem Thema aufbaust.

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Lernmethoden: Welcher Lerntyp bist Du?

Um die beste und effektivste Lernmethode für Dich herauszufinden, kannst Du Dir erstmal überlegen, was für ein Lerntyp Du bist. Auf welche Art und Weise kannst Du leichter und besser Gelerntes verarbeiten und merken? Dabei spielen zum einen Deine Sinne eine Rolle, aber auch Deine generellen Stärken und Schwächen. Letztendlich ist die richtige Lernmethode sehr individuell und jeder hat seine eigene Art, wie er am einfachsten lernen kann und Inhalte versteht.

Das sind die 4 Lerntypen:

  • auditiver Lerntyp
  • kommunikativer Lerntyp
  • motorischer Lerntyp
  • visueller Lerntyp

 

Du bist jetzt aber nicht "der eine" Lerntyp! Vielmehr ist Dein Lerntyp eine Mischform. Denn in Dir steckt jeder dieser Lerntypen, nur sind sie unterschiedlich ausgeprägt. Vielleicht fällt es Dir ja am leichtesten, wenn Du zunächst für Dich alleine Texte durchliest und Grafiken anschaust und dann in der Gruppe Deine Erkenntnisse austauschst.

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Der auditive Lerntyp

Bist Du ein auditiver Lerntyp, kannst Du am besten Inhalte verarbeiten, wenn Du Informationen hörst oder sprichst. Hierbei fällt es Dir leicht, wenn Du Vorträge oder Audios hörst, an Gruppendiskussionen teilnimmst oder auch Selbstgespräche führst. Kennst Du es, dass manche Menschen, genau das wiederholen, was Du in einer Diskussion gerade gesagt hast? Häufig ärgern wir uns dann. Jedoch verarbeiten manche Menschen Informationen besser, wenn sie es einmal selbst mit ihren eigenen Worten sagen. Ein solches Verhalten muss also nicht gleich bedeuten, dass Dir jemand Deine Idee "klauen" will oder Dir nicht zuhört. Diese Lerntypen können gut auswendig lernen und haben wenig Probleme mit mündlichen Aufgaben.

 

Der kommunikative Lerntyp

Als kommunikativer Lerntyp kannst Du Informationen am besten durch Sprache verarbeiten. Das heißt, Du kannst am besten Lernen, wenn Du Dich in Gesprächen mit anderen Menschen austauschst und in Gruppen oder mit einem Partner arbeitest, um Dich mit Deinen Aufgaben auseinanderzusetzen. Als kommunikativer Lerntyp bevorzugst Du es, Dir Informationen erklären lassen und ausdiskutieren, um sie zu verstehen und zu verarbeiten.

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Der motorische Lerntyp

Für den motorischen Lerntypen ist es beim Lernen und Dinge nachzuvollziehen, am besten, wenn er selbst gewisse Handlungsabläufe durchführt. Durch das eigenständige learning by doing fällt es diesem Lerntypen einfacher, Informationen zu behalten, indem zum Beispiel Experimente durchgeführt und Sachverhalte simuliert werden. Auch das alleinige Bewegen, wie umherlaufen gehört ebenfalls zum motorischen Lerntypen.

 

Der visuelle Lerntyp

Wenn Du ein visueller Lerntyp bist, fällt es Dir leichter zu lernen, wenn Du Informationen siehst bzw. liest und Handlungsabläufe beobachtest. So hast Du beispielsweise auch einen besseren Zugang zu Sachverhalten, wenn die Inhalte in Formen von Karten, Grafiken, Symbolen, Bildern, Diagrammen, Fotos oder Videos herausgefiltert werden müssen. Außerdem arbeitest Du als visueller Lerntyp gerne mit schriftlichen Unterlagen, schreibst gerne mit und lässt Dir Informationen zeigen, um sie zu verarbeiten. Dir ist es auch wichtig, dass Du eine aufgeräumte Lernumgebung hast, um Dich besser konzentrieren zu können.

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Welche Lernmethode passt zu mir?

Mit welcher Lernmethode Du am besten lernen kannst, musst Du natürlich einfach einmal ausprobieren und erproben. Ob allein oder zusammen mit anderen Lernpartnern - viele der folgenden Methoden kannst Du ebenfalls gut miteinander kombinieren.

 

1. Lernmethode: Textarbeit

Eine klassische Lernmethode, die Du wahrscheinlich noch aus der Schulzeit kennst, wendest Du bei der Textarbeit an. Vor allem visuelle Lerntypen können mit dieser Technik gut lernen. Hier ist es effektiv, wenn Du den Text zunächst unvoreingenommen durchliest, um eine grobe Vorstellung davon zu bekommen, worum es eigentlich geht. Versuche dann den Text in Sinnesabschnitte zu unterteilen und schreibe Dir grob an die Seite, worum es in diesem Abschnitt geht. Als nächstes kannst Du Dir dann Schritt für Schritt jeden Sinnesabschnitt vornehmen und wichtige Stellen farbig markieren.

Verwende ruhig mehrere Farben für beispielsweise Fakten, andere wichtige Informationen oder auch Fragen. Je nach Textart kannst Du zusätzlich noch Mind Maps, Diagramme und Zeitlinien erstellen.

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Bei Textarbeit ist es auch sehr hilfreich, wenn Du Dir zum Schluss noch zusätzlich eine kurze Zusammenfassung oder Stichpunkte mit den wichtigsten Kernaussagen aufschreibst. Auch bei der Vorbereitung zu Vorträgen und vorheriger Recherchearbeit eignet sich diese Lernmethode besonders gut. Wenn Du eher ein kommunikativer Lerntyp bist, sprich das Thema auch mit einem Freund durch, wenn ihr zum Beispiel zusammen studiert oder an denselben Sachen arbeitet. Andererseits kannst Du auch einen Freund oder Deine Familie bitten, Dich bei einem simulierten Vortrag beim Lernen zu unterstützen.

 

2. Lernmethode: Auswendiglernen

Gerade wenn es darum geht, eine Sprache zu lernen oder sich Faktenwissen anzueignen, ist es wichtig, dass Du diese Informationen immer wiederholst. Am besten eignen sich hier vor allem Karteikarten. Anstatt sie einfach zu wiederholen, kannst Du Dir eine spezielle Box für Karteikarten kaufen oder basteln und in beispielsweise 5 Blöcke unterteilen. Wenn Du die Informationen richtig wiedergegeben hast, kannst Du sie in das zweite Fach stecken - solange bis Du mit allen Karten im letzten Fach angelangt bist. Wenn Du eine Karte falsch wiedergegeben hast, stecke sie wieder ein Fach zurück.

Bei Vokabeln kannst Du auch hervorragend Zettel in Deiner ganzen Wohnung verteilen, um Worte zu lernen. Das müssen nicht zwingend die genauen Gegenstände sein. Hier kannst Du auch Fragen formulieren oder andere Begriffe abfragen, die Du mit dem Gegenstand assoziierst oder Dich an etwas erinnert. Das hilft Deinem Gehirn Zusammenhänge zu erkennen und unterstützt Dich beim Lernen.

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Hilfreich kann es auch sein, wenn Du Dir eine Geschichte aus den Worten bastelst und diese als Gedächtnisstütze nutzt. Einige auditive Lerntypen summen auch Melodien und Lieder vor sich her, um Informationen besser einzuprägen.

 

3. Lernmethode: kurze Einheiten mit der Pomodoro-Technik

Die nächste Klausur steht an und Du weißt gar nicht, wo Du anfangen sollst, weil es einfach so viel zu Lernen gibt. In dieser Situation war wahrscheinlich schon jeder einmal. Dass Du von morgens bis abends am Schreibtisch sitzt und ununterbrochen konzentriert und fokussiert arbeitest, ist wahrscheinlich eher weniger der Fall. Merken kannst Du Dir davon meistens letztendlich nicht so viel. Gönn Dir wichtige Verarbeitungszeiten! Es ist immer wichtig, dass Du auch zwischendurch Pausen machst und nicht zu viele Themen auf einmal behandelst. Das Gehirn kann kurze Informationseinheiten besser verarbeiten als wenn Du versuchst, so viel Wissen wie möglich in Dich reinzuprügeln.

Bei Deinem Zeitmanagement kann Dir zum Beispiel die Pomodoro Methodehelfen. Zunächst schreibst Du Dir auf, was Deine Aufgabe überhaupt ist. Deine erste Einheit besteht darin, dass Du 25 Minuten lang Deine Inhalte lernst. Um wirklich produktiv zu sein, sorge dafür, dass Dich nichts in dieser Zeit ablenkt. Schaffe Dir eine Atmosphäre, bei der Du fokussiert bleibst. Anschließend machst Du 5 Minuten Pause, kannst ein paar Nüsse naschen, ein paar Schritte gehen, meditieren oder einfach kurz raus und frische Luft einatmen. Wenn Du vier Durchläufe gemacht hast, kannst Du Dir eine längere Pause von bis zu einer halben Stunde gönnen.

 

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Für Deine 25-minütigen Lernphasen können auch binaurale Beats hilfreich sein, um Dich von Geräuschen aus Deinem Umfeld nicht ablenken zu lassen und fokussiert beim Thema zu bleiben. Wir von ahead haben dazu eine exklusive Playlist für Dich auf Spotify erstellt, um Dich bei Deiner maximalen Konzentration zu unterstützen.

 

4. Lernmethode: Notizen

Das Schreiben von Notizen gehört zu den häufigsten Lernmethoden. Viele begehen bei dieser Technik den Fehler, sich viel zu lange Notizen zu machen! Versuche wirklich prägnante Schlagworte auszuwählen und die Kernaussage einer Information zu treffen. Versuche ausformulierte Sätze zu vermeiden. Wenn es Dir schwerfällt, gute Notizen zu schreiben, kannst Du das üben, indem Du zunächst wie gewohnt Deine Notizen schreibst.

Schaue Dir Deine Stichpunkte dann ganz genau an und versuche Unnötiges zu streichen und die einzelnen Punkte konkreter zu formulieren. Dadurch übst Du nicht nur Deine Notizen besser zu formulieren, sondern wiederholst auch gleichzeitig den Inhalt und kannst ihn Dir besser einprägen.

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5. Lernmethode: Gruppenarbeit

Ob in Schule, Studium oder Beruf - durch Gruppenarbeiten mussten wir alle schon einmal in unserem Leben durch. Einige lieben es, andere hassen es, weil es oft chaotisch verlaufen kann und sich einige der Gruppe möglicherweise entziehen. Um gut zusammen zu arbeiten, versucht die Aufgaben an Personen zu verteilen, die ihre Stärke in einem bestimmten Bereich sehen und auch Lust darauf haben. Wenn jeder seinen Aufgabenbereich bearbeitet, kann jeder seinen eigenen Teil der Gruppe vorstellen und erklären - vor allem gut geeignet für kommunikative Lerntypen. Diskutiert, stellt euch Fragen und bringt am Ende alles zusammen, um einen roten Faden in euer Projekt zu bringen.

Weitere Lernmethoden erfährst Du in unserem YouTube Video von Pablo:

 

Fazit

Lernmethoden gibt es viele. Welche die richtige und effektivste Möglichkeit dabei für Dich ist, Informationen zu verarbeiten und so abzuspeichern, dass Du diese auch im Langzeitgedächtnis behältst, musst Du ausprobieren. Wenn Du aber Deine Stärken kennst und Dir überlegst, welcher Lerntyp bei Dir mehr ausgeprägt ist als der andere, bist Du Deiner besten Lernmethode schon einen Schritt näher.

Viele der genannten Methoden sind Dir sicher bekannt, aber wendest Du sie auch richtig an? Gerade Textarbeit klingt erstmal recht banal. Manche denken, es reicht einfach aus, sich einen Text nur einmal durchzulesen. Ob Du die Informationen, die Du gelesen hast allerdings auch wirklich verarbeitest und abspeicherst, sodass Du sie auch nach einer Weile noch so wiedergeben kannst - hat wohl eine geringere Wahrscheinlichkeit. Vor allem bei neuen Dingen, ist es wichtig, dass Du die neuen Informationen öfters wiederholst und für Dich verständlich aufschlüsselst.

Lernmethoden - So lernst du richtig und schnell

 

¹Panthothensäure trägt zu einer normalen geistigen Leistung bei. Vitamin B12 trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.